Baum&Borke
tumult e.V.

Bands

SIND

SIND

Mathias, Arne, Max, Hannes, Ludwig. Arne sagt „Zervus“. Mathias ist zu spät. Max liebt Rhabarberschorle. Hannes war gerade in Schweden mit Mutti und Schwester. Ludwig zeigt einen Münztrick. Mittendrin in SIND. Einer Band. Einem Charme-Geschwader. Mit- te 20 sind sie. Wuselnd wie ein Welpen-Wurf. Und passt man mal kurz nicht auf, irten sie schon los. So erobern sie die Welt.

In SINDs Welt handelt alles von dieser Jungs-Freundscha , von dieser echten Clique, die es so immer weniger gibt. 13, 14 Leute sind der Kreis um SIND, ein paar von ihnen gin- gen zusammen zur Schule, die einen Raum um sich scha en, die sich auf sich verlassen und sich lassen. Und die sich eben irgend- wann dachten: Lass uns doch mal Musik ma- chen, dann können wir auf Festivals umsonst trinken und unsere Freunde auch! Crew-Love, echter als bei Instagram. 2013 war das.

Und dann: „Die Freiheit in unseren Köpfen hat uns eine einheitliche musikalische Sprache ermöglicht“. Das Datum ihres ersten Au ritts können sie wie geschossen aufsagen. 16.01. 2014, in der Kim-Bar, Brunnenstraße 10. Sie kommen also aus Berlin, wirklich gebürtig, aber das ist nicht ganz so wichtig. „Es geht uns um Ballung, aber es ist egal, wo sie statt n- det.“ Eine unörtliche, globalisierte Generation eben. Und außerdem: „Wir sind nicht Berlin, wir tragen kein Supreme!“ SIND sagen, sie ha- ben sich bewusst entschieden, stehen zu blei- ben, keine Trends mehr kreieren. SIND sind auf jeden Fall die unhipsterigsten Hipster, die diese Stadt hat. Vollkommen ironisch uniro- nisch.

Nach ihrer ersten Single „Deine Magie“, die deutschlandweit in den Radios lief und viele Au ritte später, verö entlichen sie nun end- lich ihr erstes Album. „Wir sind alle richtig juckig“, sagt Max. Als Produzententeam konn- ten sie die Wiener Zebo Adam und Alex Fire (u.a. Bilderbuch) gewinnen, geschrieben wur- den die Songs natürlich selber in feuchten Kellern und Kremmener Landhäusern. Und die haben es ihnen „schro und fett“ gemacht. Raus? Wie heißt diese Art Musik? „Wir ma- chen Cloud-Rock!“ – „Nee!“

Und worum geht’s? „Wir haben mal was Neues ausprobiert und über Liebe gesungen“, lacht Arne. Und natürlich geht es auch um Jungs, um Freundscha , um Sehnsucht und die Nacht. Denn SIND sind wirklich eine echte Boyband. Sie wollen sich so ganz und gar kei- ne Geschichten über sich ausdenken, die ein Image kreieren könnten. „Können wir nicht einfach Referenzlos sein?“ SIND sind eben Post-Pro l und Generation Post-Beruf. Keine Ahnung, was die machen, um Geld zu ver- dienen. Max malt seit kurzem, ganz groß, auf 1,60 mal 1,20. Ludwig kann gut rechnen. Arne beschä igt sich mit der Dezentralisierung der Welt. Hannes schreibt Gedichte. Mathias fährt ein pinkes Rennauto.